Für den Augenblick geboren

… oder die absolute Unwiederholbarkeit

Gestern habe ich Stunden um Stunden mit dem Versuch verbracht, die Klangmatrix zu rekonstruieren mit dem die erste Jungleatmo enstanden ist. Keine Chance. Die Fliege und die vielen verschiedenen Nebengräusche zusammen in ein momentares Geschehen zu bringen, war nicht wiederholbar.

Es sind soviele winzige Kipppunkte, deren fragile Balance erst zu lebendigen Ergebnissen führt, dass sogar wenn die Geräte länger ausgeschaltet waren und die Bauteile in ihnen abkühlten, viele der Regler mühsam neu justiert werden wollten, um wieder eine neue, befriedigende Balance in den Instabilitäten zu erreichen die zu den vielfältig durchreicherten Ereignissen im Klanggeschehen erst führen. Eine kybernetische Rätselmaschine, das ist. Und die Radiosender und atmosphärischen Störungen mit denen ich spiele, sind durch mich sowiso nicht vorhersehbar zu beeinflussen.

So habe ich irgendwann beschlossen, meine Zeit nicht mit dem unmöglichen Versuch zu vertun, Vergangenes wiederzubeleben, und mich erneut dem spielerischen Moment zu widmen. Und schon kam ich wieder in den Jungle. Nur begegneten mir jetzt ganz neue Klangwesen.

Als ich merkte, dass ich da auf ein weiteres kontemplatives Juwel gestoßen war, beschloss ich, das wilde Geschehen erneut aufzuzeichenen, Doch hatte es sich inzwischen so beschleunigt, dass die Dschungelgeister sich mit mir zusammen nun in eine Art chaotischen Dancefloorfeixsound zu tanzen begannen, der sich nur erschließt wenn deine Anlage Subbässe wiedergibt. (Oder eben gute Kopfhörer. Wobei das für die gesamtsinnliche Erfahrung wieder nur ein steriler Abklatsch ist.). So ist das mit dem doppelten Beobachterproblem…

!!!VORSICHT!!! bei Minute 5:40 bis 5:50 LAUTSTÄRKEWARNUNG

Dschungelbeat des Chaos